Guarana – Koffein – Fatburner

Guarana:

Guarana ist den Indios im Amazonasgebiet schon seit Jahrhunderten bekannt. Die geschälten und getrockneten Samen werden zu einem hellbraunen Pulver zermahlen, in Wasser aufgeschwemmt und mit Honig gesüßt getrunken. Das Getränk wirkt ähnlich anregend wie Kaffee und dämpft die Hungergefühle.

Heute wird aus Guaranáextrakten von vielen brasilianischen Getränkeherstellern (u.a. Antarctica, Brahma, Kicos, Kuat) ein für Brasilien typisches limonadeähnliches Erfrischungsgetränk hergestellt, welches auch als Guaraná bezeichnet wird.  Die brasilianische Marke Antarctica ist dabei Marktführer, Kuat gehört zum Coca-Cola-Konzern, in Deutschland wird es von Artus-Mineralquellen unter dem Namen Kicos vertrieben. Verbreitung finden auch Schokolade, Kaugummi und Energy-Drinks mit Guaranáanteil.

Guarana enthält mehr Coffein als Kaffee oder Tee. Der Anteil der Gerbstoffe liegt bei etwa 25 Prozent, was die Wirkung des Coffeins verzögert und verlängert. Außerdem sind die Stoffe Theobromin und Theophyllin enthalten. Die Substanz wird einigen so genannten Energy-Drinks und anderen Produkten zugesetzt, ist aber auch separat als Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich. Die Produkte werden als „Wachmacher“ und „Energiespender“ beworben. Außerdem gelten Guarana-Produkte in Fitnesskreisen und bei Bodybuildern als leistungsfördernd.

Wirkung:

Guarana soll leicht fiebersenkend wirken und bei körperlicher Schwäche das Durchhaltevermögen stärken. Es dämpft ferner Hunger- und Durstgefühle, was die Gefahr einer Dehydratisierung bei Sportlern erhöht. Wichtig ist viel zu Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Nebenwirkungen:

Reizbarkeit, Schlafstörungen, Tachykardie, Kopfschmerzen, Zittern oder Muskelschmerzen. Beim Absetzen der Produkte nach längerfristigem Konsum kann es zu körperlichen Entzugserscheinungen kommen. Ungeeignet sind Guarana-Produkte für Menschen mit Bluthochdruck und chronischen Kopfschmerzen sowie für Schwangere und Frauen in der Stillzeit.

Anwendung / Dosierung:

Die Dosierung richtet sich nach dem Gehalt an Coffein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die individuelle Empfindlichkeit auf Coffein sehr unterschiedlich sein kann. Erschwerend kommt hinzu, dass der Coffeingehalt der
Guarana-Zubereitungen meist nicht angegeben wird, er ist aber in der Regel wesentlich höher als in Kaffee.

Maximale Tagesdosis:

400 mg Coffein entsprechend 7 bis 11 g Guarana

Als Überdosierung bei Coffein gelten in der Regel sieben bis zehn Tassen Kaffee innerhalb eines kurzen Zeitraums oder 20 Gramm reines Guaranapulver. Mediziner empfehlen als Sofortmaßnahme in diesem Fall eine größere Menge Wasser zu trinken.

Coffein / Koffein:

Coffein oder auch Koffein ist ein weißes, geruchloses, kristallines Pulver mit bitterem Geschmack. Es ist ein Alkaloid
aus der Stoffgruppe der Xanthine und gehört zu den psychoaktiven Drogen aus der Gruppe der Stimulantien. Coffein ist der anregend wirkende Bestandteil von Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guarana, Energy-Drinks und (in geringeren Mengen) von Kakao.

Wieviel Coffein ist wo drin:

Eine Tasse Kaffee (150 ml aus 4 g Kaffeebohnen) enthält etwa 40 bis 120 mg.
Eine kleine Tasse Espresso (30 ml) etwa 40 mg Coffein.
Eine Tasse Schwarztee kann je nach Zubereitungsart bis zu 50 mg enthalten, in Normalfall enthält eine Tasse Tee aus 1 g Teeblättern 20–40 mg.

In 100 g trockenen Teeblättern ist mehr Coffein enthalten als in der gleichen Menge gerösteter Kaffeebohnen.
Guaraná enthält 40 bis 90 mg Coffein pro 1 g in der Trockenmasse
Selbst Kakao enthält mit ungefähr 6 mg pro Tasse ein wenig Coffein, aber hauptsächlich Theobromin.
In Schokolade findet sich Coffein (Vollmilchschokolade etwa 15 mg/100 g, Bitterschokolade bis zu 90 mg/100 g) neben Theobromin und anderen anregenden Substanzen.

Den folgenden Produkten wird üblicherweise synthetisch erzeugtes Coffein beigemischt. Teilweise wird aber auch
natürliches Coffein, gewonnen bei der Kaffee-Entkoffeinierung, verwendet. Besonders sogenannten Wellness-Produkten wird häufig natürliches Coffein als Guaraná-Extrakt zugesetzt.

„Club-Mate“ (20 mg/100 ml)
Energy-Drinks wie „Red Bull“ (etwa 32 mg/100 ml) und Lipovitan (etwa 50 mg/100 ml).
Cola-Getränke (mit 6–25 mg/100 ml) (früher mit natürlichem Coffein aus der Kolanuss) „Coca Cola“ und „Pepsi Cola“: 10 mg/100 ml, „Afri-Cola“ u.ä.: 25 mg/100 ml (in Cola sind maximal 25 mg/100 ml zugelassen)
Kaffee-Bonbons (etwa 80 bis 500 mg Coffein pro 100 g, etwa 3,3 bis 8 mg Coffein pro Bonbon).
„Aspirin forte“ enthält 50 mg Coffein pro Tablette; normales Aspirin enthält kein Coffein.
Coffeintabletten enthalten meistens 100 bis 200 mg Coffein
„Scho-Ka-Kola“ (Energie-Schokolade, Gubor Feinste Schokolade GmbH) enthält 200 mg/100 g natürliches Coffein aus Kakao, Kaffee und Kolanuss-Extrakt.

Coffein-Natriumsalicylat, ein Salz des Coffeins, welches im menschlichen Körper besser resorbiert wird, als Coffein,
wurde früher als Kreislauf- und Atemstimulans und Diuretikum verwendet.

Wirkung:

Anregung des Zentralnervensystems, Erhöhung der Herztätigkeit, Pulssteigerung, Erhöhung des Blutdrucks,
Bronchialerweiterung (Bronchodilatation), Hemmung der Rückresorption von Wasser aus dem Primärharn (diuretische Wirkung), Anregung der Peristaltik des Darmes, Verringerung der Blutfließgeschwindigkeit im Gehirn und im Darmbereich.

Entzugserscheinungen:

Als Entzugsymptome einer an Coffein gewöhnten Person können die folgenden Symptome auftreten: Kopfschmerzen,
Erschöpfung, Energieverlust, verminderte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, herabgesetzte Zufriedenheit, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und das Gefühl, keine klaren Gedanken fassen zu können. In einigen Fällen kamen auch grippe-ähnliche Symptome hinzu. Die Symptome setzen 12 bis 24 Stunden nach dem letzten Coffein Konsum ein und erreichen nach 20 bis 51 Stunden das Symptommaximum. Die Entzugserscheinungen dauern etwa zwei bis neun Tage. Bereits eine geringe Menge Coffein führt zum Rückfall.